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Das Lynyrd Skynyrd Phänomen

16 Nov

Das Phänomen, über das ich heute schreibe, bezeichne ich der Einfachheit halber als das “Lynyrd Skynyrd Phänomen“. Vor allem, weil das bekannteste Beispiel von der amerikanischen  Rockband kommt (die sich anfangs Lynard Skynard nannten).
Lynyrd Skynyrd hat der Song Sweet Home Alabama zu weltweiter Bekanntheit verholfen und somit ist ihnen der Durchbruch gelungen. Schon bei den ersten Takten des Lieds denkt man zwangsläufig an stumpfsinniges Mitklatschen, Mitgröhlen und die Veranstaltungen, an denen der Song bis zum Abwinken gespielt wird. Die Einfachheit und die Ohrwurm-Tauglichkeit bestechen die Massen.
Leider wird aber mit dem Song die ganze Band verurteilt und als “One Hit Wonder-Band” abgestempelt. Dass Lynyrd Skynyrd andere wirklich großartige Songs haben, weiß kein Mensch. Würdet ihr glauben, dass zum Beispiel Unbroken von der gleichen Band ist, die Sweet Home Alabama geschrieben hat?!? Leider tritt dieses Phänomen sehr oft und bei sehr vielen Bands auf. Aus diesem Grund werden oft tolle  Bands nur mit ihren Mainstream-Liedern in Verbindung gebracht.

Zusammen mit diesem Phänomen fällt auch eine weitere Entwicklung der letzten Jahre auf.
Bands, die vor Jahren noch ziemlich unbekannt waren, aber gute Musik gemacht haben, machen heute kommerziellere Musik, ja, verweichlichen fast. Auffallend dabei ist aber, dass diese Bands erst nach dem Bekannt-werden, kommerziell werden. Also kann’s ja zumindest mal nicht daran liegen, dass sie Geld brauchen oder den Durchbruch schaffen wollen. War Incubus auf ihrem ersten Album Fungus Amongus (der Titel wurde übrigens unter die “9 Geekiest Album Titles ever” gewählt) noch eine echt abgedrehte, funky Band (Take me to your Leader), sorgt sie bei mir heute mit Titeln wie Love Hurts für echte Herz- und Ohrenschmerzen.
Bei Green Day gehts mir da ganz ähnlich. Wo früher bei At the Library (vom ersten Album 39/Smooth) noch so richtig die Gitarren schrammten, gibt’s heute fade Akkorde á la 21 Guns.
Schade eigentlich um diese Bands…

Und nun das heutige Kalendarium:

Am 16. November 1959 wurde in New York das Musical Sound of Music uraufgeführt. Die singende Trapp-Familie ist noch bis Juni 2010 in der Grazer Oper zu sehen.

Heute vor 47 Jahren wurde Gary “Mani” Mounfield, Bassist bei Stone Roses, später bei Primal Scream, geboren. Primal Scream, eine schottische Band, deren Name auf die Urschreitherapie zurückzuführen ist, wechselte seit ihrem Bestehen oft wie keine andere ihren Musikstil. Begonnen haben die Schotten als Psychedelic Rock-Band, wechselten aber bald zu Rock, den sie mit Dance Music mischten. Später nahmen sie sich die Rolling Stones zum Vorbild und spielten nur noch klassischen Rock. Primal Scream hat 2008 ihr vorläufig letztes Album veröffentlicht, auf dem sie zurück zu ihren Wurzeln gekehrt sind und wieder Psychedelic Rock wie am  Anfang, aber mit starken Electoclash-Einflüssen zu hören waren.

Eure Blutsschwester.

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