Im Winter, bei diesen verflucht kurzen Tagen, bei dieser verdammt scheuen Sonne, krieg ich immer ein bisserl die Melancholische. Und manchmal trifft sich mich auch volle Breitseite.
Der Stapel CDs, die ich am Dachboden ausgegraben hab, passt da perfekt dazu.
Das zweite neue alte Album, das ich da entdeckt habe, ist Nick Drake – Bryter Layter
Seine Biografie liest sich so wie die, vieler anderer Künstler. Drake wurde von den Kritikern geliebt, er galt in den späten 60ern, frühen 70ern als Englands talentiertester Songschreiber. Jedoch fand seine Musik bei der breiten Masse keinen Anklang und er wurde von Zweifeln geplagt. Am 25. November 1974 starb er im Alter von 26 Jahren an einer Überdosis Antidepressiva. Verpasste also nur knapp das Ticket für den Forever-27-Club. Erst 20 Jahre nach seinem Tod wurden seine Alben wiederentdeckt und er bekam den Erfolg, den er sich zu Lebzeiten gewünscht hatte.
Mehr von Nick Drake gibt’s von Tobias Tzschaschel.
Bryter Layter ist mit Sicherheit sein kommerziellstes Album, klingt an manchen Stellen aber schon zu luftig und zu aufwändig. Allein schon wegen dem Saxophon kommt bei mir bei At The Chime Of A City Clock Gänsehautstimmung auf.
Viel puristischer zeigt sich sein drittes Werk, Pink Moon. Manchmal fast schon zu puristisch und reduziert. Es klingt ganz so, wie es auch wirklich ist: Eine One-Man-Show, in nur einer Nacht aufgenommen und vor allem sehr, sehr ehrlich, verletzlich und melancholisch. Zum Beispiel reißt mich der Song Parasite immer wieder aufs Neue von den Beinen. Nimmt mich mit auf eine Achterbahnfahrt. Und lässt mich anschließend taumelnd und wankend zurück. Noch ein wahnsinnig tolles Lied auf der Platte: Things Behind The Sun.
Und nun zum Kalendarium, 14. Jänner 2010:
62 Jahre alt wird heute “T-Bone” Burnett, amerikanischer Rock-Sänger, -Gitarrist und -Produzent. Er arbeitete unter anderem mit Bob Dylan, Robert Plant und Bono zusammen.
Dave Grohl, Ex-Nirvana-Drummer, Noch-Foo Fighters-Sänger, Im-Moment-Them Crooked Vultures-Drummer (usw), feiert heute seinen 41. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!
Das Kalendarium führt uns aber heute weiter als gewohnt in die Vergangenheit.
Am 14. Jänner 1898, also vor 112 Jahren verstarb der Brite Lewis Carroll. Passt auf den ersten Blick hier nicht so richtig hinein. Auf den zweiten Blick schon. Der Verfasser vom Kinderbuch Alice Im Wunderland fasziniert seit Jahren Jung und Alt und das Märchen gilt als DIE Drogen-Story überhaupt. Schon im März kommt es in unsere Kinos. Altmeister Tim Burton hat sich dem Film angenommen und mit Johnny Depp (Hutmacher), Helena Bonham Carter – ach nein! – (Herzkönigin) und Anne Hathaway (Weiße Königin) verfilmt. Nicht nur die Besetzung klingt vielversprechend, auch der Soundtrack lässt auf viel hoffen. Robert Smith von The Cure, Wolfmother und Franz Ferdinand sind darauf vertreten.
Eure Blutsschwester.

