Im Moment bin ich gerade dabei, mein Zeitmanagement zu verbessern. Das heißt, mir das Lernen für die Fachhochschule besser einzuteilen, mehr und vor allem qualitativ hochwertigere Zeit mit Freunden zu verbringen und diesen Blog wieder aufleben zu lassen. Und in der letzten Woche war ich sogar so erfolgreich, dass ich ein Rezept für Cupcakes ausprobieren konnte, das schon länger unter meinen Lesezeichen geschlummert hatte.
Während ich so am rühren, mixen und herumpatzen war, hab ich die Musik laut aufgedreht und eine Brise Rock’n'Roll in die Süßigkeiten gebracht. Denn was gibt es schöneres als den Duft frischer Cupcakes aus dem Ofen, der sich in der Luft mit harten Rock-Gitarren-Klängen zu einem bittersüßen Bouquet vermischt?
Martha Wainwright, Schwester von Rufus Wainwright, klingt süß wie Zucker, wenn man aber auf die Lyrics achtet, scheint sie plötzlich bitter wie 80%ige Schokolade. Und wenn sie einfach so mal “Bloody Motherfucking Asshole” singt, schmeckt es fast schon wie Chili-Schoko. Scharfe Chili-Schoko.
“My heart was made for bleeding all over you
And I know you’re married but I’ve got feelings too
But I still love you”
Cake - eine kalifornische Rockband, die alleine wegen ihrem Namen nicht fehlen darf. Jazz-, Pop-, Funk- und Rapeinflüsse vermischen sich zu einem fluffigen Teig, der leicht auf der Zunge zergeht. Das neue Album Showroom Of Compassion kann man sich übrigens auf RollingStone.Com gratis anhöhren.
Außerdem gibt’s von Cake ein wahnsinnig gutes Cover von I Will Survive.
So süß, dass man fast schon Zahnweh davon bekommt, ist der Dreampop von Mazzy Star. Der bekannteste Song ist wohl Fade Into You, der in verschiedenen TV-Shows und Filmen vorgekommen ist. In Österreich lief er 2004 auch zu einer A1-Werbung.
Zuerst hart wie Zuckerperlen, aber wenn man mal draufgebissen hat, ebenso süß ist Tools H.
“I am too connected to you to
Slip away, to fade away.
Days away I still feel you
Touching me, changing me,
And considerately killing me.”
(H.)
Und wie das Icing auf den Cupcakes setzt David Bowie dem ganzen noch die Sahnehaube auf. Auf The Rise and Fall Of Ziggy Stardust singt er verträumt von einem Starman, hat einen Moonage Daydream und fällt beim Rock’n'Roll Suicide endgültig, spricht sich aber auch selbst wieder Mut zu.
“Oh no love! you’re not alone
No matter what or who you’ve been
No matter when or where you’ve seen
All the knives seem to lacerate your brain
I’ve had my share, I’ll help you with the pain
You’re not alone”
(Rock’n'Roll Suicide)
Der Duft von bunten Zuckerstreusel und der Geruch von verrauchten Konzerthallen und der Kleidung am “Tag danach”, die Brösel vom süßen Gebäck und der Dreck unter den Gummistiefel vom letzten Festival, aber auch der süße Nachgeschmack im Mund und der dumpfe Klang des nächsten Tages in den Ohren – all diese Dinge haben seltsamerweise viel gemeinsam. Und ergänzen sich einfach unglaublich gut.
Eure Blutsschwester.










