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Cupcakes, Frosting and Rock’n’Roll

31 Jan

Im Moment bin ich gerade dabei, mein Zeitmanagement zu verbessern. Das heißt, mir das Lernen für die Fachhochschule besser einzuteilen, mehr und vor allem qualitativ hochwertigere Zeit mit Freunden zu verbringen und diesen Blog wieder aufleben zu lassen. Und in der letzten Woche war ich sogar so erfolgreich, dass ich ein Rezept für Cupcakes ausprobieren konnte, das schon länger unter meinen Lesezeichen geschlummert hatte.

Während ich so am rühren, mixen und herumpatzen war, hab ich die Musik laut aufgedreht und eine Brise Rock’n'Roll in die Süßigkeiten gebracht. Denn was gibt es schöneres als den Duft frischer Cupcakes aus dem Ofen, der sich in der Luft mit harten Rock-Gitarren-Klängen zu einem bittersüßen Bouquet vermischt?

Cupcakes mit Icing

Cupcakes mit Frosting

Martha Wainwright, Schwester von Rufus Wainwright, klingt süß wie Zucker, wenn man aber auf die Lyrics achtet, scheint sie plötzlich bitter wie 80%ige Schokolade. Und wenn sie einfach so mal “Bloody Motherfucking Asshole” singt, schmeckt es fast schon wie Chili-Schoko. Scharfe Chili-Schoko.

“My heart was made for bleeding all over you
And I know you’re married but I’ve got feelings too
But I still love you”

(Bleeding All Over You)

Cake - eine kalifornische Rockband, die alleine wegen ihrem Namen nicht fehlen darf. Jazz-, Pop-, Funk- und Rapeinflüsse vermischen sich zu einem fluffigen Teig, der leicht auf der Zunge zergeht. Das neue Album Showroom Of Compassion kann man sich übrigens auf RollingStone.Com gratis anhöhren.
Außerdem gibt’s von Cake ein wahnsinnig gutes Cover von I Will Survive.

So süß, dass man fast schon Zahnweh davon bekommt, ist der Dreampop von Mazzy Star. Der bekannteste Song ist wohl Fade Into You, der in verschiedenen TV-Shows und Filmen vorgekommen ist. In Österreich lief er 2004 auch zu einer A1-Werbung.

Zuerst hart wie Zuckerperlen, aber wenn man mal draufgebissen hat, ebenso süß ist Tools H.

“I am too connected to you to
Slip away, to fade away.
Days away I still feel you
Touching me, changing me,
And considerately killing me.”

(H.)

Und wie das Icing auf den Cupcakes setzt David Bowie dem ganzen noch die Sahnehaube auf. Auf The Rise and Fall Of Ziggy Stardust singt er verträumt von einem Starman, hat einen Moonage Daydream und fällt beim Rock’n'Roll Suicide endgültig, spricht sich aber auch selbst wieder Mut zu.

“Oh no love! you’re not alone
No matter what or who you’ve been
No matter when or where you’ve seen
All the knives seem to lacerate your brain
I’ve had my share, I’ll help you with the pain
You’re not alone”

(Rock’n'Roll Suicide)

Schokoladen-Cupcakes

Schokoladen-Cupcakes

Der Duft von bunten Zuckerstreusel und der Geruch von verrauchten Konzerthallen und der Kleidung am “Tag danach”, die Brösel vom süßen Gebäck und der Dreck unter den Gummistiefel vom letzten Festival, aber auch der süße Nachgeschmack im Mund und der dumpfe Klang des nächsten Tages in den Ohren – all diese Dinge haben seltsamerweise viel gemeinsam. Und ergänzen sich einfach unglaublich gut.

 

Eure Blutsschwester.

A Sleepless Night Is As Long As A Year

22 Apr

“A Sleepless Night Is As Long As A Year” – Jeder, der schon mal an Schlaflosigkeit gelitten hat, weiß das. Wenn man etwas zu tun hat, sind solche Nächte meist halb so schlimm. Wenn man sich im Bett aber von der einen auf die andere Seite dreht, Schäfchen bis 100 hoch Pi gezählt hat und nur noch hofft, dass sich der Sandmann heute Nacht doch noch ins heimische Schlafgemach verirrt, sind solche Nächte ewig lang. Minuten ziehen sich wie Kaugummis. Und an Schlaf ist dann sowieso nicht mehr zu denken.

Also warum nicht die Zeit mit Musik verträumen?

Wer die Hoffnung auf ein paar Stündchen Schlaf noch nicht aufgegeben hat, kann es ja mal mit Schlafliedern versuchen. Was würde sich da besser anbieten als Lullaby von The Cure? Doch Achtung! Nicht hören, wenn man Angst vor dem Spiderman oder bösen Träumen hat. Dann kann es schon mal Welcome To My Nightmare heißen (Alice Cooper). Noch ein Tipp für alle, die sich nicht vor dem Monster im Schrank fürchten: Schlaflied von den Ärzten.

Nick Cave läd uns alle zu sich nachhause ein: Come Into My Sleep.

Auch Marianne Faithfull versucht sich an einem Lullaby. Warum die gute Frau selbst nicht schlafen kann, hat einen anderen Grund.

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Die Beatles leiden mit dir: I’m so tired. Auch Morrissey und The Smiths kennen diese langen Nächte und wollen nur Asleep sein. Hier melden sich noch mal The Cure zu Wort und wünschen sich, dass sie wenigstens heute Nacht schlafen können (If Only Tonight We Could Sleep). Davon gibt’s auch eine tolle Coverversion von den Deftones.

Rilo Kiley, eine Band, die mir besonders am Herzen liegt, hat auch ein Lied beizusteuern. We’ll Never Sleep (God Knows We’ll Try) bezaubert einfach, leicht wie Träume aus Zuckerwatte und mindestens genauso süß.

Und für alle, die die Hoffnung auf Schlaf aufgegeben haben:
Bei Pet von A Perfect Circle geht’s zwar auch um Schlaf, hat aber die ungefähre Coffein-Dosis von 10 Kaffees. Wach halten sollte in der Regel auch No Sleep ‘Till Brooklyn von den Beastie Boys. Noch nicht genug? Dann vielleich Rage Against The Machine mit Sleep Now In The Fire.

Keiner dieser Songs ist dazu geeignet, einen wirklich in den Schlaf zu singen, aber es sind großartige Lieder, die jede durchwachte Nacht verkürzen.

Ansonsten noch ein Tipp von meiner Großmutter: Schäfchen zählen!

© Joscha Sauer

Eure Blutsschwester.

Neu entdeckt: Musik zum Sterben schön

11 Jan

Nach meinem selbstverordneten Weihnachtsurlaub bin ich wieder da. Und ich sage euch: Es hat sich einiges getan! Nicht nur, dass Elvis am 8. Jänner 75 Jahre alt geworden wäre.

Ich hab die ruhige Nach-Weihnachtszeit zum Aufräumen, Stöbern und Entrümpeln genutzt. Mein Zuhause strahlt in noch nie dagewesenem Glanz, ich hab einige alte CDs und Bücher auf den Dachboden verbannt und mindestens doppelt so viele CDs wieder vom besagten Dachboden hervorgeholt.

Alte Sachen wiederentdecken ist manchmal fast so schön wie neues Material anschaffen. Manchmal sogar noch schöner, da man die guten Stücke auch mit der einen oder anderen Erinnerung verbindet. Tja, die Entrümpelung meines Reiches hat so ein bisschen länger gedauert versteht sich. Und ich bin ganz entzückt, welche Schätze da wieder zum Vorschein gekommen sind. Damit meine ich jetzt aber nicht den furchtbar hässlichen Porzellan-Engel, den es von meiner Omi zu Weihnachten vor zwei Jahren gab. Auch nicht die schreckliche Hippie-Bluse mit den aufgestickten Blumen, die ich unbedingt haben musste. Seit dem Kauf dieses Teils hab ich es nie mehr angeschaut.

Nein, ich spreche von Musik.

Da ist mir zum Beispiel wieder Elliott Smiths letztes Werk (das posthum veröffentlicht wurde) From A Basement On The Hill in die Hände gefallen und ich hab mich augenblicklich wieder verliebt.

Wenn Smith mit seiner schmerzerfüllten Stimme

I don’t know where I’ll go now
And I don’t even care who follows me there
But I’ll burn every bridge that I cross
To find some beautiful place to get lost

(Let’s Get Lost)

oder

“A little less than a human being
A little less than a happy high
A little less than a suicide
The only things that you really tried”

(A Fond Farewell)

singt, glaubt man ihm sofort. Da ist kein Ton zu viel da. Er nimmt einen mit, vom Basement On The Hill bis hin zu den tiefsten Abgründen seiner Seele. Noch nie hat jemand auf so unsagbar traurige Weise seinen Schmerz vertont, sein Klagen hinausgesungen.

Mit Twilight schimmert ein bisschen Hoffnung durch die melancholische Gesamtstimmung, glänzt aber nur kurz für die Dauer von 4.29 Minuten und erlischt gegen Schluss fast gänzlich. Der Song geht ins Ohr, die Melodie packt einen und lässt nicht mehr los.

Dass er leider jedes Wort ernst meinte, bewies er 2003 noch vor Veröffentlichung der Platte. Man kann leicht behaupten, dass man diesen Aufnahmen den nahen Tod von Smith anmerkt. Doch so haben frühere Werke des Musikers auch schon geklungen. Wenn auch nicht ganz so wie ein Soundtrack für einen Abschied.

Im Kalendarium gibt’s heute nichts wirklich Interessantes. Das nächste Mal aber bestimmt wieder, deshalb bleibt gespannt!

Und an meine liebe Omama: Bitte nicht böse sein, der Engel is eh ganz lieb.

Eure Blutsschwester.

Alle Jahre wieder… bluten meine Ohren – Weichnachtslieder Vol. 1

23 Dez

Na gut, bei dem Thema bietet sich quasi an, Last Christmas zum 100. Mal in der Luft zu zerreißen. Tu ich aber sicher nicht. Über das Lied ist nämlich so gut wie alles schon mal gesagt worden, wär ja langweilig, das zu wiederholen. Deshalb wende ich mich genüsslich anderen Weihnachtslieder-Schund zu.

Wenn da eine Mariah Carey daher kommt und „I don’t care about the presents underneath the Christmas tree“ haucht, klingt das für mich ganz schön geheuchelt. Das größte Geschenk hat sich die Dame wohl selbst gemacht, als sie diesen Song veröffentlichte. Genauso wenig überzeugend finde ich die My Chemical Romance-Version für Emo-Kids.

Auch dieses Jahr heißt es wieder: Wer mir „Feliz Navidad“ wünscht und nicht echter Spanier ist, wird es bereuen. Egal ob Céline Dion, Semino Rossi oder José Feliciano dieses Lied singen, bei mir ist’s sofort vorbei mit fröhlicher Weihnachtsstimmung und ich muss krampfhaft versuchen, Mordgedanken zu unterdrücken.

So ähnlich geht’s mir auch bei Band AidDo They Know It’s Christmas. Danke, wir wissen es (meistens sogar schon irgendwann im November). Ja, schon gut, natürlich ganz toll mit dem guten Zweck und so, aber jetzt nervt es echt schon.

Hört man zwar wesentlich seltener, tut aber genauso weh in den Ohren Cliff RichardsMistletoe And Wine. Vor Madonna krieg ich jedes Mal ein bisschen Angst, wenn sie Santa Baby singt. Und NEIN, karitativer Hintergrund ist noch immer KEINE Ausrede für schlechte Musik. Genauso keine Ausrede ist es, Billy Idol zu sein. Hätte mir echt ein wenig mehr Geschmack von dem Herren erwartet. Auch “The Boss” Bruce Springsteen greift manchmal daneben. Den Beweis gibt’s hier.

Wer aber nicht auf Weihnachtslieder verzichten will/kann und seinem Gehör und Musikgeschmack etwas Gutes tun will, darf auf den morgigen Blogpost gespannt sein!

Und hier das Kalendarium, 23. Dezember 2009

Heute haben drei ganz besondere Musiker Geburtstag.

Jorma Kaukonen wird heute 69 Jahre alt. Der Name des Blues-, Folk- und Rockgitarristen sagt zwar den wenigsten etwas, die Band Jefferson Airplane schon eher. Er war nicht nur Gründungsmitglied dieser Band, sondern hat auch zusammen Janis Joplin bei Auftritten gespielt.
58 wird heute Anthony Phillips, der von 1967 bis 1970 Gitarrist bei Genesis war. Nach zwei Alben verließ er die Band und startete seine Solokarriere.

Der Sänger, Songschreiber und Gitarrist Eddie Vedder von Pearl Jam feiert heute seinen 45. Geburtstag. Von der Band wird’s hier in Zukunft noch einiges zu lesen geben, nicht zuletzt wegen der Tour 2010.
Klingt ganz so, als wär heute ein guter Tag für Gitarristen.

Eure Blutsschwester.

Kalendarium 12. November 09

12 Nov

Heute gibt’s wegen Zeitmangel nur ein Kalendarium von mir.

Neil Young (Solokünstler, aber auch bekannt mit der Band Crazy Horse) wird heute 64 (!) Jahre alt. Meiner Meinung nach ist Mr. Young einer der größten Rock-Poeten des Jahrhunderts, nicht zu letzt wegen Lyrics wie die, von Out on the Weekend oder Needle and the Damage done. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die nächsten 60 Jahre!

Leben und Tod liegen nah beieinander. Deshalb an dieser Stelle auch einen Todesfall. Heute vor einem Jahr verstarb der britische Rock- und Jazz-Schlagzeuger John “Mitch” Mitchell. Mitchell war zuerst Kinderschauspieler, wurde aber erst als Schlagzeuger für Jimi Hendrix bekannt und war das letzte lebende Mitglied der legendären Band Jimi Hendrix Experience. Mit ihm hat die Welt einen begnadeten Musiker verloren.

Eure Blutsschwester.

Von Satansbotschaften und Britney Spears

9 Nov

Backmasking, Backward Messaging, Backward Masking oder einfach Rückwärtsbotschaften bezeichnen in der Musik Passagen, die – wenn man sie rückwärts anhört – eine versteckte Botschaft enthalten. Teils gewollt, teils ungewollt haben solche Nachrichten schon für gewaltige Aufregungen gesorgt. Besonders oft werden Satansbotschaften oder Aufforderungen zu Gewalttaten hineininterpretiert und beunruhigen so die Herzen vieler religiöser Katholiken oder Eltern, die um ihre Kinder besorgt waren.

Die bekannteste versteckte Botschaft ist im Led Zeppelin-Song “Stairway to Heaven” zu finden.
Die besagte Textstelle

“If there’s a bustle in your hedgerow, don’t be alarmed now,
It’s just a spring clean for the May queen.
Yes, there are two paths you can go by, but in the long run
There’s still time to change the road you’re on.
And it makes me wonder. “

Led Zeppelin

Wenn man aber das ganze rückwärts abspielt, bekommt man angeblich folgendes zu hören

“Oh here’s to my sweet Satan.
The one whose little path would make me sad,
whose power is Satan. He’ll give you give you 666.
There was a little toolshed where he made us suffer, sad Satan.”

Aber nicht nur in der Rockmusik sind Rückwärtsbotschaften zu finden. Auch im Song “Baby One More Time“ von Britney Spears kann man eine Nachricht hören (“Sleep with me, I’m not too young”) und die Beatles verkünden in “Revolution 9” immer wieder “Turn me on, dead Man”.

Manche Musiker greifen aber auch ganz bewusst zu versteckten Botschaften, wie zum Beispiel Pink Floyd (congratulations. you have just discovered the secret message. please send to [...]).

Weitere verdächtige Werke: Imagine von den Beatles, Nature Trail to Hell (Wofür braucht Weird Al ne versteckte Botschaft?) und Fire on High von ELO (beängstigend).

Lieder zum Probehören gibt’s hier auf diesem Blog (wirklich empfehlenswert)

Und nun noch zum Kalendarium:

Heute vor genau 55 Jahren wurde Dennis Stratton in London geboren. Wem der gute Herr nichts sagt: Er war einer der ersten Gitarristen von Iron Maiden, war aber nicht mal ein ganzes Jahr bei der Heavy-Metal Band und ist nur auf dem ersten Album “Iron Maiden” zu hören.

Ich gratuliere recht herzlich!

Eure Blutsschwester.

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